Karoshi

Etwa 150 Japaner sterben jährlich an Karoshi - Tod durch Überarbeitung. Zu viele Überstunden lösen bei den Betroffenen meist stressbedingt Herzinfarkt, Schlaganfall oder Depressionen mit Selbstmordfolge aus.
Im Herbst 2007 ist eine Filialleiterin einer weltweit tätigen Fast Food Kette 41-jährig auf einer Fortbildung zusammengebrochen und an einer Gehirnblutung als Folge der chronischen Überarbeitung gestorben. Sie hatte zuvor monatlich etwa 80 Überstunden geleistet - die ihr der Konzern nicht bezahlt hat. Im August 2009 forderte die Familie eines chin. Gastarbeiters die Behörden auf, dessen Tod als Karoshi einzustufen. Denn er musste vor seinem Tod monatlich bis zu 150 Überstunden leisten und ist darauf im Schlaf verstorben.

Weltweit gesehen ist Japan das Land mit der zweithöchsten Anzahl an Überstunden und dem geringsten Jahresurlaub. Zwei Drittel aller japanischen Männer machen mehr als 20 unbezahlte Überstunden pro Monat. Vier Prozent mehr als 80 Überstunden.

Die Ursachen für Karoshi sind zahlreich.  Der wirtschaftliche Aufstieg Japans nach dem 2. Weltkrieg wird häufig angeführt, denn die Gesellschaft ist nach wie vor von harter Arbeit und dem Traum von einem besseren Leben geprägt. Zusätzlich ist es sehr wahrscheinlich, dass die strengen Hierarchien in jap. Firmen sowie die in der kollektivistischen Gesellschaft Japans fest verankerte Aufopferungskultur zum jetzigen Arbeitsverhalten beitragen.

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